Wir treffen täglich Entscheidungen über Menschen, die wir noch nie persönlich kennengelernt haben.
Wir besuchen eine Website, schauen auf ein LinkedIn-Profil oder sehen ein Businessfoto. Oft reichen nur wenige Sekunden, um zu entscheiden, ob ich weiterlesen, Kontakt aufnehmen oder weiterklicken möchte.
Diese Entscheidung treffen wir meist ganz unbewusst.
Nicht, weil wir oberflächlich sind sondern weil unser Gehirn Informationen ständig einordnet. Wir versuchen einzuschätzen, ob ein Mensch vertrauenswürdig wirkt, ob ein Angebot zu uns passt und ob wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen können.

Vertrauen entsteht nicht erst auf dem fertigen Bild – sondern schon während des Shootings.
Man hört häufig den Satz: „Es kommt doch nur auf die Leistung an.“
Dem stimme ich grundsätzlich zu.
Aber die Leistung kann erst überzeugen, wenn jemand bereit ist, sich überhaupt mit ihr zu beschäftigen.
Der erste Eindruck entscheidet deshalb selten darüber, wie gut jemand ist. Er entscheidet oft darüber, ob wir bereit sind, mehr erfahren zu wollen.
Gerade in den sozialen Medien entsteht schnell der Eindruck, alles müsse perfekt sein.
Perfekte Outfits. Perfekte Fotos. Perfekte Texte. Perfekte Marken.
Ich glaube jedoch, dass Perfektion selten Vertrauen schafft.
Vertrauen entsteht dann, wenn das, was wir sehen, zu dem passt, was wir später erleben.
Menschen merken sehr schnell, wenn eine Außendarstellung künstlich wirkt oder Erwartungen weckt, die später gar nicht erfüllt werden.
Genauso merken sie aber auch, wenn jemand authentisch auftritt, ohne sich zu verstellen. Ein ehrliches Lächeln. Ein ehrliches Gespräch. Authentizität.

Ein Businessportrait muss nicht perfekt sein. Es sollte zu der Person passen, die später dem Kunden begegnet.
Früher hätte ich wahrscheinlich gesagt:
„Ich mache professionelle Businessportraits.“
Heute würde ich es anders formulieren.
Businessfotografie bedeutet für mich nicht, Menschen möglichst perfekt aussehen zu lassen. Nein!
Sie soll dabei helfen, dass die Außenwirkung zu der Persönlichkeit und zur Arbeitsweise eines Menschen passt. Das ist was anderes.
Ein Businessfoto ist deshalb für mich keine Inszenierung.
Es ist ein Teil der Kommunikation.
Es beantwortet eine Frage, noch bevor das erste Gespräch überhaupt stattfindet. Nämlich:
Kann ich mir vorstellen, dieser Person zu vertrauen?
Viele Menschen fühlen sich vor einer Kamera unsicher.
Das hat oft nichts mit ihrem Aussehen zu tun.
Viel häufiger steckt die Sorge dahinter, auf einem Bild nicht so zu wirken, wie sie wirklich sind.
Und genau diese Sorge kann ich gut nachvollziehen.
Deshalb geht es in meinen Shootings nicht darum, eine Rolle einzunehmen oder etwas darzustellen, das gar nicht zu einem Menschen passt.
Mein Ziel ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der echte Bilder entstehen können. Bilder, die zur Persönlichkeit und zum beruflichen Anspruch passen. Dazu braucht es oftmals gar nicht viel.
Unabhängig davon, ob du gerade neue Fotos brauchst oder nicht:
Nimm dir einen Moment Zeit und betrachte deine eigene Website oder dein LinkedIn-Profil.
Welchen Eindruck gewinnst du von dir selbst? Passt dieser Eindruck zu der Art, wie du mit deinen Kundinnen und Kunden arbeitest? Kannst du dich damit noch identifizieren? Bist das wirklich du?
Oder zeigt deine Außendarstellung vielleicht noch eine ältere Version deiner selbst?
Denn genau dort beginnt für mich eine erfolgreiche Kommunikation.
Nicht mit einem perfekten Bild. Sondern mit einem stimmigen Gesamteindruck.
Menschen entscheiden selten nur aufgrund von Kompetenz. Sie entscheiden aufgrund des Eindrucks, den du bei ihnen hinterlässt.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, nicht nur an der eigenen Leistung zu arbeiten sondern auch daran, wie diese Leistung wirklich sichtbar wird.
